cinemagic texting

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Curiosity sent me to explore the messages cinemas post on their billboards when there are no films showing, this resulted in a short story which was published with a photograph in the Culturmag (Hamburg, Germany), shutdown 2020 editorial:

Sie werden sich wiedersehen, irgendwo, irgendwann.

An guten Tagen überwiegt seine Vorstellung, daß eines Tages alles wieder so sein wird wie früher, daß er aufwachen wird und derjenige sein wird, der er vorher war und sie diejenige, die sie immer schon war: sie mit ihrem fließenden lebendigen Haar und ihren leuchtenden Augen, hell wie der Klang einer Glocke lachend, er: unbeschwert und gut gelaunt, wenn er sein Fahrrad vor dem Kino neben dem ihren abstellt, während er einen belanglosen Witz reißt. 

An guten Tagen glaubt er an den ersehnten nahtlosen Übergang von Vorher auf Nachher, fast forward ohne Zwischenraum, ohne die Corona Pause mit ihren Warteschleifen und Ungewißheiten, die in Zeitlupe von innen heraus verändern, ohne das Unausgesprochene, das nachts an ihm nagt und ihn morgens schweißgebadet aufwachen läßt, aus Träumen, die so hell noch in Erinnerung sind, daß die Realität auf ihn wie ein Blick durch eine dicke, schmutzige Glasscheibe wirkt. 

Sie werden sich wiedersehen, irgendwo, irgendwann, er weiß nur noch nicht, wer er dann sein wird.

(c) Bea Hasler, 1.5.2020

-> go to the article as published in CULTURMAG

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